Green Exhibiting: 5 Maßnahmen für nachhaltigen Messebau mit Zukunft
Umweltfreundliche Materialien: So gelingt der erste Schritt
Materialwahl – oft unterschätzt, aber entscheidend beim Green Exhibiting. Denn gerade hier steckt oft das größte Potenzial. Klassische Konzepte setzen auf Verbundstoffe, Einweg-Bauteile und häufig auch auf stark beschichtete Oberflächen. Diese sind kaum wiederverwertbar und hinterlassen daher einen hohen ökologischen Fußabdruck. Anders beim nachhaltigen Messebau: Hier stehen langlebige und kreislauffähige Materialien im Fokus.
Dazu zählen unter anderem:
- Holz aus FSC- oder PEFC-zertifizierter Forstwirtschaft
- Recycelbares Aluminium für Trägersysteme
- Textilien aus PET-Recycling, z. B. aus alten Flaschen
- PVC-freie Druckmaterialien mit Latexfarben
Auch die Details zählen, denn umweltfreundliche Klebstoffe, Lacke sowie auch Verbindungselemente verbessern die Bilanz – und zwar ohne Abstriche bei Funktion oder Gestaltung. Darüber hinaus lohnt es sich, auch bei Verpackungen und Transportschutz auf nachhaltige Alternativen zu achten, denn hier verbergen sich oft unterschätzte Umweltpotenziale.
Logistik neu denken: Nachhaltigkeit endet nicht am Lagertor
Ein nachhaltiger Messeauftritt hört beim Material nicht auf. Transport sowie Lagerung beeinflussen die CO2-Bilanz maßgeblich. Lange Wege, zentrale Lager und Einzelanlieferungen führen häufig zu unnötigen Emissionen.
Nachhaltiger Messebau denkt Logistik neu und zugleich effizienter:
- Regionale Partner reduzieren Fahrtstrecken
- Dezentrale Lager ermöglichen kurze Wege
- Tourenoptimierung und Transportbündelung vermeiden Leerfahrten
Tipp: Für unvermeidbare Emissionen lohnt sich der Ausgleich über zertifizierte Klimaschutzprojekte – besonders dann, wenn eine vollständige Vermeidung nicht möglich ist. Anbieter wie atmosfair oder myclimate bieten hier geeignete Lösungen. Auf diese Weise wird der Messeauftritt auch bilanziell klimafreundlich.
Mehrweg statt Einweg: Wiederverwendung als Prinzip im Green Exhibiting
Tatsächlich ist Wiederverwendung einer der wirkungsvollsten Hebel für nachhaltigen Messebau, denn sie reduziert nicht nur den Materialverbrauch, sondern senkt auch den logistischen Aufwand deutlich. Anstatt für jede Veranstaltung neu zu produzieren, lohnen sich modulare Systemstände – sie sind flexibel, effizient und zudem ressourcenschonend.
Typische Mehrweg-Komponenten:
- Traversen, Textilrahmen, Podeste
- Austauschbare Stoffgrafiken
- Mietmöbel, Medientechnik und Zubehör
Diese Systeme lassen sich leicht an verschiedene Standgrößen sowie Designvorgaben anpassen, wodurch nicht nur Material gespart, sondern auch Kosten gesenkt und Abfall reduziert wird.
Zertifizierungen: Nachhaltigkeit sichtbar und messbar machen
Nachhaltigkeit braucht Glaubwürdigkeit. Wer seine Maßnahmen dokumentiert, schafft Vertrauen – sowie intern als auch extern.
Relevante Standards im Messebau:
- Cradle-to-Cradle®: für kreislauffähige Materialien
- FSC® / PEFC: für Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft
- ISO 14001: Umweltmanagementsysteme bei Lieferanten
- EcoVadis: Nachhaltigkeitsratings entlang der Lieferkette
Auch ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) gewinnen an Bedeutung, und zwar zunehmend in Ausschreibungen und Nachhaltigkeitsberichten. Unternehmen, die hier nachvollziehbare Maßnahmen vorweisen können, sichern sich Wettbewerbsvorteile und erfüllen damit gleichzeitig wachsende Berichtspflichten. Wer auf anerkannte Zertifikate setzt, kann Nachhaltigkeit nicht nur leben, sondern auch belegen.
Interne Verantwortung: Green Exhibiting beginnt im eigenen Unternehmen
Nachhaltiger Messebau funktioniert nur, wenn Nachhaltigkeit auch im eigenen Unternehmen aktiv gelebt wird – vom ersten Planungsschritt bis zum letzten Messetag. Ein glaubwürdiger Messeauftritt entsteht nicht isoliert, sondern vielmehr spiegelt er die Haltung und auch die Prozesse des gesamten Unternehmens wider.
Das bedeutet konkret:
- Nutzung von Ökostrom in Büros und Werkstätten
- Papierlose Planungstools
- Nachhaltige Mobilität (z. B. Bahnreisen, E-Fahrzeuge)
- Schulungen zum nachhaltigen Arbeiten und Beschaffen
Zusätzlich lohnt sich auch die systematische Erfassung interner Ressourcen wie Technik, Bauteile oder Mobiliar zur Wiederverwendung. Außerdem können zentrale Materialdatenbanken dabei helfen, vorhandene Ressourcen standortübergreifend sichtbar und nutzbar zu machen. So entsteht ein langfristiger, messbarer und gleichzeitig nachvollziehbarer Beitrag zur Nachhaltigkeit
Fazit: Green Exhibiting stärkt Marken – und unsere Zukunft
Nachhaltiger Messebau ist keine Modeerscheinung, sondern ein zukunftsfähiger Ansatz. Unternehmen, die frühzeitig auf ressourcenschonende Konzepte setzen, können dadurch mehrfach profitieren:
- Reduzierter CO2-Fußabdruck
- Positive Wahrnehmung bei Stakeholdern
- Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
- Kreative, modulare Gestaltungsmöglichkeiten
- Nachhaltige Kosteneffizienz
Nachhaltigkeit und Messeerfolg sind kein Widerspruch, im Gegenteil: sie verstärken sich. Und wer jetzt handelt, sichert sich nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch eine starke Marktposition.
Mehr darüber, wie wir Green Exhibiting konkret umsetzen, finden Sie auf unserer Themenseite „Nachhaltigkeit“.
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